MINENTYPEN

Hunderte verschiedener Minen, Streumunition-Blindgänger, improvisierter Sprengkörper und Rückstände anderer Kriegsmunition liegen weltweit in aktuellen und ehemaligen Kriegsgebieten. Eine Übersicht über die wichtigsten Typen.

Minen

Minen sind dazu bestimmt, Menschen zu verletzen oder zu töten. Sie werden nach der Art und Weise, wie sie das tun, unterschieden.

  • Tretminen (auch Druckminen) sind klein, leicht und oft aus Kunststoff, daher sehr schwer zu entdecken. Sie sollen ihre Opfer (durch die Druckwirkung) «nur» verstümmeln – und so die gegnerischen Truppen bremsen.
  • Stock- oder Pfahlminen werden über dem Boden verlegt und durch einen Stolperdraht ausgelöst. Sie töten und verletzen durch Splitter.
  • Richtminen schleudern Metallsplitter in eine bestimmte Richtung. Sie werden z. B. vor Schützengräben aufgestellt. Richtminen können Menschen auf grosse Entfernung töten.
  • Springminen springen bei Berührung ca. einen Meter in die Höhe und schleudern ebenfalls Metallsplitter. Zahlreiche Springminen verursachen gezielt Verletzungen im Genital- und Bauchbereich. Im Umkreis von 25 m sind sie oft tödlich.
  • Fahrzeugminen explodieren erst bei grösserer Belastung oder werden durch Sensoren ausgelöst, die z.B. auf Motorwärme oder Bodenerschütterungen reagieren. Ihre Sprengladungen können Panzer zerstören.

Einsatz, Lagerung, Herstellung und Weitergabe von Personenminen wurde mit der «Ottawa-Konvention» von 1997 verboten. Bisher haben 164 Länder das Abkommen ratifiziert.

Fahrzeugminen sind hingegen nach wie vor nicht verboten.

 

 

 

Streumunition

Streumunition wird mit Raketen oder Granaten verschossen oder aus Flugzeugen abgeworfen. Dabei werden grossflächig Hunderte kleiner Sprengkörper verteilt, z. B. sogenannte «Bomblets». Bis zu 30 Prozent davon explodieren nicht und bleiben als Blindgänger liegen – mit der gleichen Wirkung wie Minen.

Auch Streumunition bedroht vor allem Zivilisten, oft noch Jahrzehnte nach Kriegsende. Kinder halten sie wegen ihrer handlichen Form und der auffälligen Färbung oft für Spielzeug und sind deshalb besonders gefährdet.

Der Einsatz, die Entwicklung, die Herstellung, der Erwerb, die Lagerung, die Zurückbehaltung und die Weitergabe von Streumunition wurde 2008 durch das Streumunitionsabkommen verboten, das bis heute 120 Länder unterzeichnet haben.

 

Explosive Kriegsmunitionsrückstände

Kampfmittelrückstände sind verschiedene Arten von abgefeuerter, abgeworfener, verlassener oder anders eingesetzter Munition, die nicht oder nur teilweise explodiert ist. Die Bevölkerung hält diese Blindgänger oft für harmlos, obwohl auch noch nach Jahrzehnten jede Berührung eine Explosion auslösen kann.

Improvisierte Sprengkörper (IEDs)

Selbstgebastelte Sprengfallen (IEDs, von englisch: improvised explosive devices) werden aus dem gefertigt, was vorhanden ist: aus Kochtöpfen, Abfalleimern, Handybestandteilen usw. In aktuellen Krisenregionen werden sie systematisch gegen Zivilisten eingesetzt - so z.B. in Syrien. Sprengfallen hinter Türen, in Schränken oder Kühlschränken sollen Flüchtlinge an der Rückkehr in ihre Häuser hindern. 

IEDs sind mit ein Grund dafür, dass die Opferzahlen in Krisenregionen wie Afghanistan, Libyen, der Ukraine und weiteren Ländern und Gebieten wieder stark gestiegen sind.

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