BOSNIEN-HERZEGOWINA

Minenräumung | Projektdauer: 2005 – 2019

Nach dem Krieg von 1992–1995 gab es in Bosnien-Herzegowina knapp eine Million Landminen. 2018 bedrohten noch immer ungefähr 80 000 Landminen und Kampfmittelrückstände mehr als eine halbe Million Menschen – fast 15 % der Bevölkerung. Sie erschweren eine landwirtschaftliche Nutzung und verlangsamen die Entwicklung der betroffenen Regionen. Bosnien-Herzegowina gilt als das am stärksten kontaminierte Land in Europa.

Das Projekt

Seit 2005 unterstützt WoM Entminungsprojekte in Zentralbosnien, zuerst in der Gemeinde Donji Vakuf und seit 2017 in Gornji Vakuf-Uskoplje. Die Priorität der Entminung legt das Minenzentrum BHMAC (Bosnia and Herzegovina Mine Action Centre) zusammen mit der Gemeinde fest. Seit 2007 führt unsere lokale Partnerorganisation «Pazi Mine Vitez» die Räumung durch.

Zum Beispiel Gornji Vakuf-Uskoplje

Von den 22 000 Einwohnern der Gemeinde gilt die Hälfte als arbeitslos – ein kleines Einkommen aus landwirtschaftlichen Produkten macht da einen grossen Unterschied. Dank der Entminungen kann an immer mehr Orten wieder Gemüse, Getreide, Kartoffeln und Obst angebaut werden. Mit Himbeeren lässt sich gutes Geld verdienen – Bosnien rangiert unter den Top Ten der Himbeer-Exporteure.

Trotz der Anstrengungen der letzten Jahre sind immer noch 6 % der Gemeindefläche vermint. 2019 wird das Minenfeld «Gekin Gaj» gesäubert. Neben dem Gelände, das im Krieg zwischen den Fronten lag, befinden sich heute eine Schule und ein Sportzentrum. Nach der Entminung kann Gekin Gaj als Weideland und zum Holzsammeln benutzt werden. Und rund 200 Kinder können sich wieder sicher in der Umgebung der Schule bewegen.

Was Adnan Islamovic sagt, der als Entminer von «Pazi Mine Vitez» in Donji Vakuf arbeitete, gilt auch für Gornji Vakur-Uskoplje: «Jeder minenfreie Quadratmeter Land bedeutet mehr Sicherheit, eine neue nutzbare Fläche und somit eine neue Einkommensmöglichkeit. Damit erhalten wir eine sichere Existenz und eine bessere Zukunft für uns alle.»

Das haben wir bewirkt

Jährlich konnten bis zu drei Minenfelder geräumt und 100 000 bis 200 000 Quadratmeter wertvolles Agrarland freigegeben werden. Das gibt Familien in der strukturschwachen Region die Möglichkeit, mit landwirtschaftlichen Produkten Einkommen zu erwirtschaften.

Resultate 2018

44 Anti-Personenminen, 12 Panzerminen sowie 11 andere explosive Kriegsmunitionsrückstände wurden beseitigt.

104'049 Quadratmeter Land wurden entmint. Diese Fläche kann wieder landwirtschaftlich genutzt wer den und trägt zu einer verbesserten Einkommens- und Ernährungssicherheit bei.

Rund 500 Jugendliche und Erwachsene wurden durch Veranstaltungen und Medienberichte für die Minenproblematik sensibilisiert.

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