KAMBODSCHA

Minenräumung | Projektdauer: 2017–2020

Von den 1960er-Jahren bis 1998 kämpften verschiedene Gruppierungen blutig um die Herrschaft in Kambodscha. Bis heute sind geschätzte 2‘000 Quadratkilometer mit Minen und Kriegsmunitionsrückständen kontaminiert. Seit 1979 sind rund 64‘000 Menschen bei Minenunfällen ums Leben gekommen; mehr als 25‘000 haben Arme oder Beine verloren. In keinem anderen Land gibt es mehr Menschen mit amputierten Gliedern im Verhältnis zur Einwohnerzahl, ein trauriger Rekord.

Das Projekt

WoM arbeitet seit 2017 mit Cambodian Self Help Demining (CSHD) zusammen, einer nationalen NGO, die auf Initiative des ehemaligen Kindersoldaten Aki Ra gegründet wurde. Wir finanzieren ein Kampfmittelbeseitigungsteam und beteiligen uns an der Risikoaufklärung.

Zum Beispiel En Poy: ein Minenopfer als Entminer

Das Ding sah aus wie ein Spielzeug, also spielten der zwölfjährige En Poy und seine Freunde damit. Bis es explodierte. Poy verlor einen Arm und erblindete auf einem Auge. Seine verzweifelten Eltern brachten ihn zu Aki Ra, dem ehemaligen Kindersoldaten, der sich seit 2007 mit seiner Organisation CSHD für Minenopfer und die Entminung in Kambodscha einsetzt. Poy gefiel es dort; er fand Freunde, konnte die Schule abschliessen und wurde Wachmann bei CSHD. Doch er wollte mehr. Er wollte Entminer werden, sein Land sicherer machen. Er wollte verhindern, dass anderen Kindern dasselbe widerfährt wie ihm. Das musste doch auch mit einem Arm möglich sein! Poy trainierte hart – und bestand auf Anhieb alle Prüfungen.

Heute arbeitet er in einem von zwei Soforteinsatzteams von CSHD, die WoM finanziert. Diese Teams klären die Bevölkerung in den Dörfern über die Gefahr der Minen und Kampfmittelrückstände auf. Auch rücken sie aus, wenn ein ungewöhnlicher Gegenstand gemeldet wird. Sie orten den explosiven Fund und beseitigen ihn.

En Poy kann sich keine erfüllendere Arbeit vorstellen, auch wenn sie gefährlich ist. Denn jeden Tag trägt er dazu bei, sein Land sicherer zu machen.

Das haben wir bewirkt

WoM ist überzeugt, dass die Arbeit von Aki Ra, En Poy und all den anderen Entminern von CSHD einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Kambodschas leistet. In landwirtschaftlich geprägten Regionen ist der Boden Lebensgrundlage. Und wenn man mehr produziert als man braucht, ist das ein erster Schritt in eine bessere Zukunft.

Resultate 2018

Die WoM-Teams haben 436 Soforteinsätze geleistet und dabei 253 Personenminen, 7 Panzerminen, 1’025 UXO und 56 andere Kampfmittelrückstände beseitigt.

35’847 Quadratmeter Land wurde geräumt und können nun wieder gefahrlos betreten und genutzt werden.

4’092 Personen, davon 2084 Kinder, wurden für die Minenproblematik sensibilisiert und können mit der Gefahr besser umgehen.

Fotos: CSHD

Newsletter abonnieren

Gerne informieren wir sie regelmässig über unsere Aktivitäten

Folgen Sie uns