SÜDSUDAN

Sensibilisierung | Projektdauer: 2015–2019

Südsudan ist der jüngste Staat der Welt. Die Region befand sich mehr als fünfzig Jahre fast ununterbrochen im Krieg. Der 2013 nach kurzer Pause wieder ausgebrochene Konflikt ist zwar seit Sommer 2018 offiziell zu Ende, führte aber zu einer der grössten humanitären Katastrophen weltweit. Millionen von Menschen sind auf der Flucht, abhängig von Hilfsorganisationen, bedroht von Hunger und Krankheiten – und Unmengen explosiver Kriegsmaterialrückstände, die auch die Helfer behindern. 

Das Projekt

Minenräumung in einem laufenden Konflikt ist höchst gefährlich. Entminte Gebiete werden durch Kämpfe gleich wieder kontaminiert. WoM konzentriert sich daher auf die Sensibilisierung der Bevölkerung. Wir finanzieren ein mobiles Team von DanChurchAid (DCA), das Menschen in verminten Gebieten mit alters- und geschlechtsspezifischen Methoden auf die Gefahren aufmerksam macht. Auch bildet es Jugendliche und Erwachsene zu «Botschaftern» aus.

Zum Beispiel Emmanuel Sebit Kenyi, «Peer Risk Educator»

Emmanuel ist Primarschüler. Da seine Familie nicht für sein Schulgeld aufkommen kann, sammelte er Altmetall und verkaufte es. So konnte er selbst die Schulgebühren bezahlen, Stifte und Bücher kaufen. Das machte ihn stolz. Doch als unser Risikoaufklärungsteam seine Schule besuchte, bekam Emmanuel einen Riesenschreck. Er realisierte, dass die meisten Metallstücke, die er sorglos aufgesammelt hatte, Munitionsreste waren. Diese hätten jederzeit explodieren können. Er hatte sich und seine Familie höchster Gefahr ausgesetzt.

Emmanuel wusste: Viele andere Jugendliche waren ebenso ahnungslos, wie er gewesen war. Er musste sie warnen! Daher liess er sich von WoM zum «Peer Risk Educator» ausbilden, zum Botschafter für Risikobewusstsein. Ihm fällt der Zugang zu jungen Männern leicht, die sich von Erwachsenen bekanntlich nur ungern belehren lassen. Und gerade deshalb besonders gefährdet sind.

Das haben wir bewirkt

WoM bildet gezielt Jugendliche aus: Sie sollen ihr Wissen an Gleichaltrige weitergeben. Die als sinnvoll empfundene Aufgabe stärkt ihr Selbstvertrauen und sorgt dafür, dass das Wissen vor Ort weitergegeben wird.

Auch Erwachsene, oft Lehrpersonen, werden zu «Community Focal Points» ausgebildet und mit Schulungsmaterial versorgt. Mit Zeichnungen, Graffitis, Büchern, Theaterstücken oder Liedern können sie Kinder oder Neuankömmlinge, die die Gegend noch nicht kennen, über die Risiken informieren.

Resultate 2018

66 Risikogebiete wurden markiert und an UNMAS gemeldet.

8’752 Personen (davon 4’966 Kinder) wurden in Risikoprävention geschult.

202 Community Focal Points und 198 Peer Risk Educators wurden ausgebildet.

11 Sicherheitsbriefings für Mitarbeiter von Hilfsorganisation wurden durchgeführt, damit sie Kampfmittel besser erkennen und die nötigen Massnahmen ergreifen können.

Fotos: DanChurchAid

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