SÜDSUDAN

Risiko-Sensibilisierung | Projektdauer: seit 2015

Südsudan ist der jüngste Staat der Welt. Die Region befand sich mehr als fünfzig Jahre fast ununterbrochen im Krieg. Der 2013 nach kurzer Pause wieder ausgebrochene Konflikt ist zwar seit Sommer 2018 offiziell zu Ende, führte aber zu einer der grössten humanitären Katastrophen weltweit. Millionen von Menschen sind auf der Flucht, abhängig von Hilfsorganisationen, bedroht von Hunger und Krankheiten – und Unmengen explosiver Kriegsmaterialrückstände, die auch die Helfer behindern. 

Das Projekt

Minenräumung in einem laufenden Konflikt ist höchst gefährlich. Entminte Gebiete werden durch Kämpfe gleich wieder kontaminiert. WoM konzentriert sich daher auf die Sensibilisierung der Bevölkerung. Wir finanzieren ein mobiles Team von DanChurchAid (DCA), das Menschen in verminten Gebieten mit alters- und geschlechtsspezifischen Methoden auf die Gefahren aufmerksam macht. Auch bildet es Jugendliche und Erwachsene zu «Botschaftern» aus.

Geflüchtete werden über die Gefahren durch Minen und Kampfmittelrückstände aufgeklärt.
Schule für Schule werden die Kinder über einen sicheren Umgang mit Minen und Kampfmittelrückständen geschult.
Kinder und Jugendliche werden zu Botschaftern ausgebildet, um in ihrem Umfeld Risiko-Aufklärung zu machen und das Projekt langfristig weiterzuführen.
Durch Talent-Shows können Kinder, Jugendliche und Erwachsene z.B. durch Gesang, Tanz, Theater oder Gedichte die Botschaften der Risiko-Aufklärung verinnerlichen und mit Freude weitergeben.
Ein weiterer Ansatz des Projektes ist es, über Massenmedien wie diverse Radiosender die örtliche Bevölkerung mit Risikobotschaften zu erreichen.
In Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen wurden Sicherheitsbotschaften an die Wände der Schulen gemalt, um die Schüler immer wieder an die Gefahren von explosiven Kriegsresten zu erinnern.

Projektgeschichte: Helen möchte selbst einmal Risikoaufklärerin werden

Die 13-jährige Helen Zereda nahm das erste Mal an einer Schulung über Minen und Kampfmittelrückstände teil. Ihre Eltern haben ihr nie direkt von diesen Gefahren erzählt, doch sie haben ihr und ihren Geschwistern verboten, gewisse Wege im Dorf zu gehen. Nachdem Helen durch unsere lokale Partnerorganisation über die Risiken von Kriegsmittelrückständen aufgeklärt wurde, hat sie nun auch Verständnis für die jeweils starken Reaktionen ihrer Eltern, wenn sie ihnen nicht gehorchte. Helen ist motiviert und möchte selbst einmal Risikoaufklärerin werden, um ihre Gemeinschaft und kommende Kinder vor den Gefahren zu schützen.

Das haben wir bewirkt

WoM bildet gezielt Jugendliche aus: Sie sollen ihr Wissen an Gleichaltrige weitergeben. Die als sinnvoll empfundene Aufgabe stärkt ihr Selbstvertrauen und sorgt dafür, dass das Wissen vor Ort weitergegeben wird.

Auch Erwachsene, oft Lehrpersonen, werden zu «Community Focal Points» ausgebildet und mit Schulungsmaterial versorgt. Mit Zeichnungen, Graffitis, Büchern, Theaterstücken oder Liedern können sie Kinder oder Neuankömmlinge, die die Gegend noch nicht kennen, über die Risiken informieren.

Resultate 2023

7'883 Personen, davon 6'326 Kinder, wurden in Risikoprävention geschult.

266 «Community Focal Points» und 332 «Peer Risk Educators» wurden ausgebildet.

Fotos: DanChurchAid

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