ZIMBABWE

Sensibilisierung und Minenräumung | Projektdauer: 2015–2019

Bis heute prägt der Unabhängigkeitskrieg der 1970er-Jahre das Leben der Menschen an der Grenze zu Mosambik. Denn dort liegt einer der dichtesten Minengürtel der Welt. 5‘500 Minen wurden auf einer Länge von insgesamt 425 Kilometern verlegt – oft direkt neben Wohnhäusern, Schulen, Spitälern, auch mitten durch Agrarland. Der Minengürtel behindert den Zugang zu Land und Wasser für Vieh und Menschen, erschwert den Handel sowie den Grenzverkehr. Regelmässig bringen Minenunfälle mit Vieh Bauernfamilien in existenzielle Not.  

Das Projekt

Seit 2015 engagiert sich WoM in Zusammenarbeit mit HALO Trust in der Minenräumung und Sensibilisierung an der zimbabwischen Nordostgrenze.

Zum Beispiel Familie Chaioko: grosses Glück

Tobias Chaioko weiss genau, was Minen anrichten können. Sein Nachbar ist durch einen Minenunfall erblindet. Und Hunderte von Kühen und Ochsen sind durch Explosionen getötet worden – jeder Unfall eine wirtschaftliche Katastrophe für die betroffene Familie.

Daher war Tobias vorsichtig: Den Teil seines Landes, auf dem er Minen vermutete, liess er brachliegen. Die siebenköpfige Familie musste auf einen Teil des möglichen Ertrags verzichten. Seine Mutter Eneris baute auf ihrem Land gar nichts mehr an – sie wusste, dass drei Minenstreifen direkt hindurchführten.

Nach der Minenräumung durch lokale Entminer von HALO Trust war Tobias sehr erleichtert – und sehr erschrocken. Die Entminer hatten nämlich auf seinem ganzen Land Minen gefunden, nicht nur dort, wo er sie vermutet hatte. Nur weil sie ziemlich tief im Boden steckten und er grosses Glück hatte, war in all den Jahren nie etwas passiert.

Das haben wir bewirkt

Die von WoM finanzierten Minenräumungen sorgten im Dorf der Familie Chaioko für grosse Freude über die neu gewonnene Sicherheit. Doch nicht nur dort. Vielerorts wird das freigegebene Agrarland dringend benötigt, damit die Erträge auch in Dürrejahren reichen. Dank den nun sicheren Grenzübergängen zu Mosambik wird vermehrt Handel getrieben; auch auswärtige Händler trauen sich wieder in die Dörfer im ehemaligen Minengürtel.

In den Projekten von WoM können Einheimische als Entminer arbeiten. Mit dem verdienten Geld bezahlen sie die Schulgebühren für die Kinder oder weiteres Vieh, ein neues Dach oder ein Solarpanel – und investieren so in eine bessere Zukunft.

Resultate 2018

262 Anti-Personenminen wurden identifiziert und beseitigt.

76’974 Quadratmeter Land wurden durch das WoM-Team entmint. Weitere 32'074 Quadratmeter konnten durch Flächenreduktion wieder freigegeben werden.

4’073 Personen haben wieder einen sicheren Zugang zur Schule und können ihr Land wieder nutzen.

2’339 Bewohner (davon 1’461 Kinder) haben mehr über die Minengefahr und sichere Verhaltensweisen gelernt.

Fotos: The HALO Trust

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