ZIMBABWE

Sensibilisierung und Minenräumung | Projektdauer: 2015–2021

Bis heute prägt der Unabhängigkeitskrieg der 1970er-Jahre das Leben der Menschen an der Grenze zu Mosambik. Denn dort liegt einer der dichtesten Minengürtel der Welt. 5‘500 Minen wurden auf einer Länge von insgesamt 425 Kilometern verlegt – oft direkt neben Wohnhäusern, Schulen, Spitälern, auch mitten durch Agrarland. Der Minengürtel behindert den Zugang zu Land und Wasser für Vieh und Menschen, erschwert den Handel sowie den Grenzverkehr. Regelmässig bringen Minenunfälle mit Vieh Bauernfamilien in existenzielle Not.  

Das Projekt

Seit 2015 engagiert sich WoM in Zusammenarbeit mit HALO Trust in der Minenräumung und Sensibilisierung an der zimbabwischen Nordostgrenze.

In Zimbabwe ist die Minengefahr allgegenwärtig
In Zimbabwe ist die Minengefahr allgegenwärtig
Ein Entminer in Zimbabwe testet seine Ausrüstung
Ein Entminer in Zimbabwe testet seine Ausrüstung

Zum Beispiel Familie Chavhunga: ein Haus im Minenfeld

Als Tashinga Chavhunga heiratete, erhielten er und seine Frau vom Dorfvorsteher die Erlaubnis, nahe dem Dorf ihr Haus zu bauen. Was sie beim Bau nicht wussten: Das Grundstück lag direkt neben zwei Minenfeldern.

«Wir waren wie Gefangene», erzählt Tashinga. «Wir konnten uns auf unserem eigenen Land nicht frei bewegen. Wir hatten grosse Angst, unseren Sohn auch nur einen Augenblick aus den Augen zu lassen.»

Inzwischen ist der Bereich rund um sein Haus geräumt. In Zukunft will die Familie ihr Land kultivieren und sich Vieh anschaffen.

Das haben wir bewirkt

Die von WoM finanzierten Minenräumungen sorgten im Dorf der Familie Chavhunga für grosse Freude über die neu gewonnene Sicherheit. Doch nicht nur dort. Vielerorts wird das freigegebene Agrarland dringend benötigt, damit die Erträge auch in Dürrejahren reichen. Dank den nun sicheren Grenzübergängen zu Mosambik wird vermehrt Handel getrieben; auch auswärtige Händler trauen sich wieder in die Dörfer im ehemaligen Minengürtel.

In den Projekten von WoM können Einheimische als Entminer arbeiten. Mit dem verdienten Geld bezahlen sie die Schulgebühren für die Kinder oder weiteres Vieh, ein neues Dach oder ein Solarpanel – und investieren so in eine bessere Zukunft.

Resultate 2019

958 Anti-Personenminen wurden identifiziert und beseitigt.

92'489 Quadratmeter Land konnten wieder zur Nutzung freigegeben werden.

1'241 Personen haben nun wieder sicheren Zugang zu Land und Infrastruktur. 493 Bewohner wurden für die Minengefahr sensibilisiert und haben sichere Verhaltensweisen gelernt.

Fotos: The HALO Trust

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