ABGESCHLOSSENE PROJEKTE

Somaliland

Minenräumung und Sensibilisierung, 2011-2013

Hintergrund:

Die Republik Somaliland ist eine völkerrechtlich zu Somalia gehörende autonome Region im Nordosten von Somalia. Im Jahr 1991 erklärte Somaliland einseitig seine Unabhängigkeit von Somalia, welche jedoch nie international anerkannt wurde. Die vergleichsweise stabile und friedliche Republik ist sehr arm und die Bevölkerung leidet oft grossen Hunger. Deshalb horten Zehntausende Menschen nicht explodierte Munition aus den Grenzkriegen mit Äthiopien in ihren Häusern oder Stallungen. Die Bevölkerung hofft, das Metall der Minen und Geschosse verkaufen zu können - oft ist sie sich der davon ausgehenden Gefahr nicht vollumfänglich bewusst. Deshalb ist Aufklärung dringend notwendig.

Aktivitäten:

In Zusammenarbeit mit der Danish Demining Group (DDG), unserem Partner vor Ort, wurden zwischen 2011 und 2013 viele Sensibilisierungsworkshops für die Zivilbevölkerung durchgeführt. Da das Schulungsteam aus vorwiegend lokalen Mitarbeitenden bestand, konnte es schnell das Vertrauen der Dorfbewohner gewinnen. Zahlreiche Munitionsdepots wurden von Betroffenen preisgegeben. Die explosiven Munitionsrückstände wurden von Fachleuten zerstört oder entschärft und anschliessend an einem sicheren Ort gebracht.


Bergkarabach

Räumung von Streumunition, 2016-2017

Hintergrund:

Der Streit um die Region Bergkarabach (Nagorno Karabakh) im Südkaukasus dauert schon seit Jahrzehnten an. Der Krieg zwischen 1992-1994 forderte 30‘000 Tote und hatte Hundertausende von Flüchtlingen zur Folge. Am 1. April 2016 entbrannten erneut heftige Kämpfe, die am 5. April durch ein Waffen­still­stands­­ab­kommen beendet wurden. Nebst schweren konventionellen Waffen entlang der Kontaktlinie wurden auch Streumunition durch Artilleriegeschosse des Typs LAR 160 eingesetzt. 

Aktivitäten in Bergkarabach, 20016-2017:

Am 1. April 2016 entbrannten erneut heftige Kämpfe, die am 5. April durch ein Waffen­still­stands­­ab­kommen beendet wurden. Nebst schweren konventionellen Waffen entlang der Kontaktlinie wurden auch Streumunition durch Artilleriegeschosse des Typs LAR 160 eingesetzt. Welt ohne Minen arbeitete in Bergkarabach mit The HALO Trust zusammen. Ein achtköpfiges Entminungsteam räumte systematisch die kontaminierte Fläche von 862‘000 m2 rund um die beiden Dörfer Nerkin Horatagh und Mokratagh. Ein zweites Team bestehend, aus fünf Mitgliedern, führte auf Anfrage von Landnutzern Soforteinsätze durch, um gesichtete Kampfmittel zu beseitigen. Dieses Team sensibilisiert die betroffene Bevölkerung auch für die bestehende Gefahr.  


Burundi

Entminung, Sensibilisierung und Personalschulung, 2007-2008

Hintergrund:

Burundi ist das am dichtesten bevölkerte Land in ganz Afrika und eines der ärmsten Länder weltweit. Knapp 70% der Menschen sind von der Armut unmittelbar betroffen. Rund 40% der Landfläche werden in Burundi für die Landwirtschaft und als Weideland gebraucht.
Mehrere Konflikte hinterliessen seit den 1970er Jahren zahlreiche Landminen und Kriegsmunitionsrückstände.

Aktivitäten:

Welt ohne Minen unterstützte die Arbeit der FSD (Fondation Suisse de Déminage) und des MACC (Burundi Mine Action Center). Insgesamt wurde eine Fläche von 23'038 m2 geräumt. Durch die Entminung wurde der Zugang zur Wasserversorgung wieder gewährleistet, Schulgebäude und umliegendes Gelände wurde gesäubert, elektrische Leitungen konnten wieder in Gebrauch genommen werden und vor allem konnte landwirtschaftlich nutzbares Gebiet der Bevölkerung zurückgegeben werden. Ebenfalls Gegenstand dieses Projektes war die Gefahrenschulung für die ansässige Bevölkerung sowie Auffrischung der Kenntnisse in erster Hilfe für die Entminungsteams. Die Gesamtkosten beliefen sich auch CHF 143'000.


Aserbaidschan

Emergency Response Team, 2007-2008

Hintergrund:

Der Streit zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Bergkarabach führte 1992 zu blutigen Auseinandersetzungen. 1994 erfolgte eine fragile Waffen­ruhe zwischen, jedoch stehen sich Bergkarabach und Aserbaidschan seither an der militarisierten Zone (sogenannte „Line of Contact“) bewaffnet gegenüber. Durch den Konflikt ist die Grenzregion stark vermint und mit anderen explosiven Kampfmittelrückständen kontaminiert.

Aktivitäten in Aserbaidschan, 2007-2008:

Welt ohne Minen förderte ein Emergency Response Team (ERT) in Aserbaidschan, welches aus besonders hoch qualifizierten Entminern der «Azerbaijan National Agency for Mine Action» bestand. Dieses räumte zwischen 2007 und 2008 eine Fläche von 778'855 Quadratmetern. Insgesamt 49 Häuser, drei Gärten, drei Schulhäuser und deren Umgebung wurden gesäubert und von explosiven Kriegsrückständen befreit. Grundstücke für den Wiederaufbau von Häusern, Zufahrtsstrassen und Felder für die Selbstversorgung von insgesamt 1'200 Menschen wurden wieder zur Nutzung freigegeben.Die Kosten beliefen sich auf gut CHF 355'500.


Kambodscha

Material zum Entminen eines Schulgeländes, 2004

Hintergrund:

Von den 1960er-Jahren bis 1998 kämpften verschiedene Gruppierungen blutig um die Herrschaft in Kambodscha. Bis heute sind geschätzte 2‘000 Quadratkilometer mit Minen und Kriegsmunitionsrückständen kontaminiert.

Aktivitäten:

2004 erhielt die Stiftung Welt ohne Minen eine Anfrage von CO-OPERAID, welche eine Schule in Kambodscha bauen wollte. Zuvor musste jedoch das Gelände entmint werden. Welt ohne Minen finanzierte Material für die Entminungsorganisation MAG (Mine Advisory Group) im Gesamtwert von CHF 36’000: Sicherheitswesten, Helme, Generatoren, Funkgeräte und drei Motorräder.


Mosambik

Entminung und Sensibilisierung, 1999-2010

Hintergrund:

Zwischen 1977 und 1992 litt Mosambik unter einem Bürgerkrieg. Als Folge der jahrelangen Konflikte waren grosse Teile des Landes mit Minen kontaminiert. Heute gilt das Land als Minenfrei. Bis 2011 betrieb Welt ohne Minen eine Zweigstelle in Mosambik, um die Arbeiten vor Ort besser koordinieren und überwachen zu können.

Aktivitäten:

Zwischen 1999 und 2010 unterstützte die Stiftung Welt ohne Minen verschiedene Sensibilisierungskampagnen und Entminungsprojekte:

Minenschulung durch Radio, 2009-2010

Um die Bevölkerung in abgelegenen, ländlichen Regionen von Mosambik für die Minengefahr zu sensibilisieren, wurde die Produktion und Ausstrahlung von Radioserien gefördert. Durch Radio können in Mosambik ca. 60-70% der Menschen erreicht werden. Es ist extrem beliebt und dadurch eines der besten Kommunikationsmittel überhaupt. Die Sendungen wurden in Portugiesisch sowie in vier lokalen Dialekten ausgestrahlt. Unsere Partner waren CMFD und FORCOM. Die Kosten beliefen sich auf gut CHF 95'200.

Minenschulung durch Film und Theater, 2009-2010

WoM finanzierte die Gefahrenschulung in abgelegenen Gebieten, in denen es besonders häufig zu Minenunfällen kam, durch Kino und Theater. Theater und Film waren dort aussergewöhnliche Ereignisse und entsprechend war ihnen grösste Aufmerksamkeit seitens der Bevölkerung garantiert. Projektpartner war CinemArena, dessen Team aus italienischen Filmtechnikern und Schauspielern aus Mosambik besteht. Allein im Jahr 2010 konnten rund 12'000 Menschen aus 18 Ortschaften für die Gefahr von Minen sensibilisiert werden. Die Kosten für das gesamte Projekt lagen bei CHF 52'000.

Buchprojekt: Vergessene Minenfelder, 2000

Im Jahr 2000 förderte Welt ohne Minen das Buchprojekt «Vergessene Minenfelder» mit CHF 4´565. Das Buch erklärt das Vorgehen bei der humanitären Minenräumung am Beispiel Mosambik.

Entminungsprojekte, 1999-2008

Zwischen 1999 und 2008 unterstützte die Stiftung Welt ohne Minen vier verschiedene Entminungsprojekte mit einer Gesamtsumme von CHF 1'569’265:

Projekt Ncolo: In Ncolo, in der Provinz Maputo wurde 2008 eine Fläche von 600'000 Quadratmetern entmint. Dadurch erhielten 237 Familien wieder Zugang zu Wasser, Feldern und Schulen.

Projekt Maqueze Minenfeld: Das Maqueze Minenfeld, welches eine Fläche von über 258'200 Quadratmetern hatte, wurde 2007 entmint. Dadurch wurde das Leben der knapp 12'400 Dorfbewohner wieder sicherer. Während der Entminung wurden sowohl die im Gebiet Ansässigen als auch das Entminungsteam über AIDS aufgeklärt.

Projekt Manica: Zwischen 2000 und 2006 wurden in der Provinz Manica die Dörfer Nhanthuthu, Nhassacara, Nhacunguro, Tambachena, Nhazondo, Matolanzembe und Mahomwe sowie deren Umgebung fachgerecht entmint. Zusätzlich wurde in allen Dörfern Minenschulung durchgeführt. Insegsamt wurde eine Fläche von knapp 361´300 Quadratmetern geräumt

Projekt Gorongosa: 1999 brachte Welt ohne Minen den Stein für die Räumung des Distriktes Gorongosa ins Rollen. Mit einem Initialbeitrag von CHF 101´600 für das Projekt der GTZ (Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) konnten die ersten 77´550 Quadratmeter entmint werden. Dank grosser weiterer Geldsummen konnten die Region per Ende Dezember 2000 vollständig geräumt werden (insgesamt 3'600'000 Quadratmeter): 92´000 Menschen wurde dadurch die Rückkehr zu einem normalen Leben ermöglicht. Dies ermöglichte auch den Wiederaufbau des Gorongosa-Nationalparks (3´500 km2) durch den WWF, der Heimat von zahlreichen Wildtieren wie Löwen, Elefanten und  Nashörnern ist.


Albanien

Anschaffung von Fahrzeugen, 2000-2001

Hintergrund:

Die blutigen Konflikte in den 1990ern hinterliess in Albanien zahlreiche Minen und andere explosive Kriegsmunitionsrückstände. Im Jahr 2000 begann der Schweizerische Verband für Minenräumung (SVM) ein Entminungsprojekt im Grenzgebiet Kosovo-Albanien zu evaluieren. Da sich das IKRK sehr gefährlichen Arbeitsbedingungen gegenübersah, erteilte es dem SVM den Auftrag, den Hilfsteams drei Mannschaften zur Begleitung an ihre Einsatzorte zur Verfügung zu stellen.

Aktivitäten:

Die Stiftung Welt ohne Minen unterstützte die Aktivitäten des Schweizerischen Verbands für Minenräumung durch die Finanzierung von Fahrzeugen: 2001 konnte so ein Lastwagen im Wert von CHF 15'000 angeschafft werden. Im Jahr zuvor wurde der Kauf von 4 Toyotas für den Einsatz im Grenzgebiet zum Kosovo (CHF 10'000) ermöglicht.


Schweiz

2004-2006

Sensibilisierung der Schweizer Bevölkerung, 2004-2006

Mittels Pressearbeit und verschiedenen Aktionen informierte Welt ohne Minen Behörden, Medien, Organisationen und die Schweizer Bevölkerung über die Situation in verminten Gebieten. Zusätzlich wurden generelle Entwicklungen in der Minenproblematik dokumentiert.

Technische Entwicklung einer Entminungs-Maschine, 2004-2006

Die Organisation Digger DTR, Tavannes, ist in der Minenräumung tätig. Eine Gruppe junger, enthusiastischer Ingenieure entwickelte in monatelanger, zum Teil unbezahlter Arbeit ein kostengünstiges Panzer-Minenräumgerät, das handlicher und gegen Druckwellen resistenter ist als die bis anhin bekannten. Welt ohne Minen förderte das Projekt mit CHF 25'000.

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